Geh ma‘ nach hoam Horst

Horst Seehofer schlägt um sich. Das ist nicht neu, aber nervig. Und nun langt’s dann auch. Ein Plädoyer für einen Platz am See.  

Er hat wieder zugeschlagen – erneut muss man mit Erstaunen feststellen. Horst Seehofer sorgt tagein tagaus für einen Fauxpas nach dem anderen. Stellt sich unweigerlich die Frage, wie weit ein Mensch gehen darf, bis er untragbar für die Öffentlichkeit wird? Oder, wie weit ein Politiker gehen sollte, bis er nicht mehr seines Amtes würdig ist? Horst Seehofer ist längst über jenen Punkt hinausgeschossen. Der Bundesminister des Inneren, der sich auch schonmal um Gesundheit und Landwirtschaft kümmerte, ist eine Gefahr für die deutsche Politik.

Wer es riskiert, eine ganze Regierung auseinander zu streiken und nebenbei  die gesamte Arbeitsfähigkeit dieser lahm legt,  hat es nicht länger verdient, ein Teil des Regierungsapparats zu sein. Ein Mann aus Bayern, der noch bis heute zu denken scheint, eine Krone auf seinem lichten Haar zu tragen und aus dem wichtigsten Bundesland der Nation zu kommen, gehört eher an einen ruhigen Platz irgendwo am Starnbeger See, als in ein Bundeskabinett. Sicherlich gibt es dort nette Wohnheime, die sich um ältere Herren kümmern, die nicht mehr ganz wissen, was sie tun und worauf es ankommt.

Klickte man auf der Homepage Horst Seehofers auf ‚Interview‘, erhielt man bloß diese Fehlermeldung – viel zu sagen hat er nicht. Bildquelle: Screenshot https://www.seehofer-direkt.de/interviews/

Wer ist dieser H. L. Seehofer?

Doch nun mal von Beginn an: Horst Lorenz Seehofer wird 1949 in Ingolstadt geboren. Die dortige Knabenschule schloss er mit einer mittleren Reife ab, spielte Handball in seiner Freizeit und entschied sich anschließend für eine Beamtenlaufbahn als Amtssekretär in der Verwaltung. Was wir daraus lernen? Dreierlei Dinge: 

Erstens: Wie in einer Knabenschule verhält er sich noch heute.

Zweitens: Den will man doch gern mal Handball spielen sehen.

Drittens und das sollte wohl der wichtigste Punkt sein: Ein Verwaltungsbeamter ist eben kein Politiker.

Und als ein solcher Verwaltungsbeamter verhält sich Horst L. Seehofer schließlich. Sein kürzlich vorgelegter Masterplan hat diesen Namen nicht verdient und dient mehr der Verwaltung als einer Neuerung. Aber kann man es ihm übel nehmen? Wohl kaum. Denn das hat er eben gelernt, der Horst aus Bayern. Damals auf den Landratsämtern in Ingolstadt und Eichstädt. Dort ist man bis heute sicher noch stolz auf den einstigen Schützling. Doch Seehofer ist keines Politikers würdig. Verwaltung heißt nicht umsonst Verwaltung, weil Tatbestände dabei nur verwaltet werden. Politik hat – neben Macht – vor allem aber etwas mit Gestaltung und im besten Falle mit Innovation zu tun.

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende…

All das kann der alte Horst aus Bayern nicht mehr leisten. Nichts gegen das Alter – erinnern wir uns an Konrad Adenauer, der die BRD im höchsten Alter mit Willen und Schaffenskraft aufbaute. Aber Horst L. Seehofer ist eben Horst L. Seehofer und nicht einer dieser großen Politiker wie Adenauer, Schmidt oder Brandt, um nur einige der wichtigsten zu nennen, die die Bundesrepublik einmal hatte.

Bleibt am Ende ein wenig Wehmut. Darüber, dass der Bundeshorst nach seinem Aufenthalt im bayrischen Schloss, der Münchner Staatskanzlei, tatsächlich noch ein zweites Mal nach Berlin zog und ihn auf dem Weg niemand wieder zurück an den Starnberger See schob…

Jonas

(22) aus der schönen Hansestadt Bremen schaut lieber Bundestag als Bundesliga. Er hat die Briskly-Familie als Papa zusammengeführt und verfolgt seitdem 24/7 nur ein einziges Ziel: Make Journalism Great Again!

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