Vom Kinderzimmer ins „Epizentrum des Halli-Gallis“

Wenn man unterwegs ist erlebt man so einiges. Und so kam es, dass unser Autor Jonas im Flixbus nach Berlin den Musikproduzenten Fritz traf. Heute ist Jonas zurück in Bremen und Fritz nach Berlin gezogen. Seine Geschichte hat er aber erzählt.

Er ist jung, hat wenig Haare und trägt Cap. Sein Name ist Michallik: Fritz Michallik. Sein Beruf ist Musik. Was im Kinderzimmer anfing, nimmt langsam seinen Lauf und der letzte Ton ist noch längst nicht gespielt.

Geht es um die Berufswahl, so gibt es zwei Erklärungen: Entweder man hat den Beruf gewählt, weil man nicht dasselbe machen wollte wie seine Eltern oder aber man hat den Beruf gewählt, weil man das gleiche machen wollte wie die Eltern. Bei Fritz Michallik trifft letzteres zwar nicht ohne Einschränkungen zu, doch stammt er aus einer Musikerfamilie. So kam es, dass auch er im jungen Schulalter nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch im Musikzimmer saß. Er lernte erst Geige, später Saxophon. Ganz nett für den Anfang, doch waren es eben „nur einfache Melodieinstrumente“.

Mit 13 Jahren entwickelte sich sein Weg. Gemeinsam mit dem Bruder wurde Hip-Hop gehört. Als Fritz dabei eines Tages Song-Teile einer kubanischen Band wiedererkannte, fragte er sich: „Wie ist daraus ein Rap Beat geworden?“ Eine Liebe entstand und so probierte sich der junge Nachwuchsmusiker an seinem eigenen PC aus. Aus Vaters Computer-Zeitschriften installierte er sich schließlich immer alle Programme und eine Soundkarte besaß er auch. Als eines Tages der Zufall ein Musikprogramm auf seinen Rechner spielte, nahm die Musik nicht nur ihren Lauf, sondern auch ihren Klang.

Ein Zufall traf den nächsten und so wurde Musik draus

Mit 14 Jahren fing er schließlich an, selbstständig Klänge aneinanderzuhängen. „Das war wie ein Computerspiel“, erinnert sich Fritz, „bei dem du immer die nächsten Skills erlangen willst.“ Doch bis zum ersten richtigen Song war es noch eine „lange Leidenszeit“. Denn es mangelte ihm zunächst an der Stimme und dafür braucht es neben Klängen auch einen Menschen, der seine Stimme leiht. Über einen Rap-Workshop in der Schule fand er schnell Unterstützung.

Der erste richtige Song war ein „ magischer Moment, durch den ein Traum zum Leben erweckt wurde“. Diesen Satz sagt er mit einer Überzeugung, die man nur haben kann, wenn man sich der Sache verpflichtet fühlt und genau das tut er auch. Fritz Michallik ist heute 27 Jahre jung und wohnt seit kurzem in Berlin. „Ich bin ins Epizentrum des Halli-Galli’s gezogen“, beschreibt er diesen Schritt, mit dem er sich sichtlich wohlfühlt. Die Liebe zur Musik steht auch heute, 2017 in der Gegenwart angekommen, noch über allem. Mehr als um Erfolg geht es darum, eigene Songs entstehen zu lassen und zu produzieren.

1. Generation der Karriereleiter Internet

Früher suchte er sich noch über das Internet Kontakte. „MySpace war damals ein Paradies“, erinnert er sich an seine Anfangszeit und sieht sich als erste Generation derjenigen, die über das Internet begonnen haben, Karriere zu machen.
So knüpfte er immer mehr Kontakte, lernte viele persönlich kennen, produzierte nicht nur in Deutschland, auch in den USA: „Dort gibt es Erfolgserwartungen in ganz anderen Dimensionen – da geht es nur um Hits!“ Seitdem arbeitete er mit Künstlern wie DJ Antoine, Kay One, Chakuza oder Lou Bega zusammen.

Tief verwurzelt im Hip-Hop ist es heute der Pop, der den Neu-Berliner begeistert. Immer mehr achtet er darauf, dass seine Songs auch zum Sänger passen und produziert „nicht einfach mehr nur geile Sounds“. Besonders gefallen ihm die vielen Einflüsse, die sich im Pop verwirklichen lassen: „Es ist im Wesentlichen erstmal populäre Musik.“

Fritz ist nicht mehr nur Komponist, sondern er macht auch den Sound und formt quasi das Drehbuch der Musik für seine Künstler. „Ich bin quasi ein Zwitter“, scherzt er über seine Funktion. Inzwischen hat er seinen ganz eigenen Stil entwickelt und ist seit ein paar Monaten auch bei Universal Music Publishing unter Vertrag, einer Art Musikverlag von Universal. Die größeren Netzwerke helfen ihm nun „auf den großen Meeren besser navigieren zu können“.

Besonders wichtig wird das für ihn, da er sich aktuell in einer Phase befindet, in der er „mehr Risiken eingehen“ will. „Ich mache nur das was mir wirklich Spaß macht, setze einen stärkeren Fokus und schaue nicht auf kommerzielle Vorteile“, gibt er seine Zukunftsvision vor: „Ich geh in die Knie, um später eventuell höher springen zu können!“

Tipps für interessierte Anfänger

 

Die Musikbranche wird unterdessen immer größer und härter. Wer sich durchsetzen will, braucht einen Plan. Für Neulinge gibt Fritz deshalb folgende Tipps:
1. „Am Anfang ist es wichtig auch von anderen zu lernen: Jeder Meister hat mit ausprobieren angefangen. Nur so gelangt man zu seinem eigenen Sound.“
2. „Offenheit ist genauso wichtig wie Talent. Ein gutes Netzwerk ist wichtig, schließlich ist das Musikbusiness eher ein Marathon statt ein Sprint und ohne Disziplin geht nichts.“
3. „Die innere Liebe zur Musik darf bei aller Härte der Branche nicht verloren gehen!“

„In der Musikwelt wird mit Träumen gehandelt“, erklärt Fritz, dem für die Zukunft nur zu wünschen bleibt, dass seine Träume in Erfüllung gehen.

Ihr wollt mehr über Fritz erfahren? Hier könnt ihr ihn im Internet besuchen und hier, hier oder hier eine Kostprobe seiner Musik hören.

Jonas

(22) aus der schönen Hansestadt Bremen schaut lieber Bundestag als Bundesliga. Er hat die Briskly-Familie als Papa zusammengeführt und verfolgt seitdem 24/7 nur ein einziges Ziel: Make Journalism Great Again!

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