Weihnachten und Tradition: Nervig oder Notwendig?

Weihnachten 2016 war für George Michael sein „Last Christmas“. Der Wham! Sänger starb am ersten Weihnachtstag und dieses Weihnachten ist das erste ohne ihn! Das heißt natürlich nicht, dass sein Vermächtnis mit ihm gestorben ist, denn eins ist sicher: „Last Christmas“ wird noch viele, viele Weihnachten im Radio trällern. Genau wie viele andere Weihnachtslieder und -filme. Ein Artikel über deutsche Weihnachtstraditionen.

Viele hassen ihn. Man kann ihm nicht entrinnen, egal wie sehr man es versucht. Hat er einen erstmal erwischt, wird man ihn nicht mehr los.

Doch seien wir mal ehrlich: Weihnachten ohne „Last Christmas“ im Radio ist doch kein richtiges Weihnachten oder?

Deutschland ist nichts ohne seine Traditionen und deutsche Weihnachten sind nichts ohne seine Lieder oder Filme. Im Radio laufen „Driving home for christmas“ oder „I‘m dreaming of a white christmas“ und unter Baum dürfen klassische Lieder wie „Jingle Bells“, „Fröhliche Weihnacht“ oder „O du fröhliche“ nicht fehlen. Das interessante an diesen Liedern ist der saisonale Charakter. Vier Adventwochen lang sind Weihnachtslieder elementar um uns in weihnachtliche Stimmung zu bringen, den Rest des Jahres kräht kein Hahn danach.

Was „Last Christmas“ im Radio ist, ist „der kleine Lord“ im Fernsehen. Auch das gehört zu Weihnachten dazu. Die Griswolds, „das Wunder von Manhattan“, „Weihnachtsmann und Co KG“ und „der Grinch“ – Weihnachtsfilme sind doch einfach immer schön, egal wie häufig man sie schon gesehen hat. Es funktioniert immer wieder, ähnlich wie beim „Dinner for one“ zu Silvester.

Lohnen sich Weihnachtsalben und Filmklassiker?

Ein Album zu veröffentlichen, welches nur ungefähr einen Monat lang gehört und eine sehr begrenzte Zeit gekauft wird, klingt erstmal unsinnig. Oliver Gieß von der deutschen Acapella-Gruppe „Maybebop“ verriet mir, dass sich die Verkaufszahlen der Weihnachtsalben kaum von den „normalen“ Alben unterscheiden und nennt die erhöhte Kauflaune in der Adventszeit, sowie die Möglichkeit, CDs zu verschenken, als mögliche Gründe hierfür.

Laut dem Nachrichtenmagazin DWDL haben Heiligabend 2016 3,09 Millionen Zuschauer den Weihnachtsklassiker „Kevin – Allein zu Haus“ gesehen. 19,4% Marktanteil erreichte auch „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Tagesprogramm. Auch wenn es sicherlich den ein oder anderen nervt, Weihnachtsklassiker, Lieder und Filme sind weiterhin fester Bestandteil der deutschen Adventstradition und erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit.

Welche Traditionen sind beliebt, welche eher verhasst?

Natürlich ist nicht jede Weihnachtstradition sinnvoll und gleich beliebt. 2015 wurden 901 Personen befragt, welche Weihnachtstradition sie mögen und welche eher nicht.

Der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt zum Beispiel gefiel 83% der Befragten.

Fast 91% hingegen hassen das Teilen von Weihnachtsvideo in den sozialen Medien.

 

Statistik: Ranking der freudigsten und nervigsten Themen für Männer und Frauen an Weihnachten in Deutschland 2015 | Statista

Die besprochenen Weihnachtslieder im Radio mögen 62,2%. Bei den Filmen ist das Ergebnis mit 57,2% Befürworten zu 42,8% noch knapper.

Weihnachtstraditionen individualisieren

Können wir Weihnachten also nicht so feiern, wie wir es lieben, weil man um Traditionen die einem nicht gefallen nicht herum kommt? Doch, denn die Suche nach Alternativen ist oft gar nicht so schwer, wie es scheint. Wer „Last Christmas“ hasst, aber auf Radio nicht verzichten will, findet im Internet Haufenweise Onlineradios für jeden Musikgeschmack und sogar für jeden Weihnachtsmusikgeschmack.

Heiligabend 2016 hatte nach „Kevin – Allein zu Haus“ den zweitgrößten Marktanteil der zweite „Herr der Ringe“ Film. Statt des alljährlichen Knobelns unterm Weihnachtsbaum kann man doch auch mal ein kleines Memory oder so basteln und statt Rachlette oder Kartoffelsalat und Würstchen kann man auch mal Pizza selber machen und anders experimentieren. Es besteht also genügend Möglichkeit, Weihnachtstraditionen aufzubrechen, fallen zu lassen oder zu umgehen. Das womit man sich verbinden kann wird beibehalten. So ist es in der Theorie möglich, dass jeder ein schönes Weihnachtsfest – mit und ohne Tradition – erleben kann.

Quellen: https://www.dwdl.de/zahlenzentrale/59364/kevin_aschenbroedel_michel_klassiker_triumphieren/
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/493609/umfrage/umfrage-in-deutschland-zu-freudigen-und-nervigen-themen-fuer-maenner-und-frauen-in-der-weihnachtszeit/

Marco

hat irgendwas mit Medien an der Küste studiert und lebt nun in Hamburg, um in der Stadt seiner Träume eine Ausbildung zu absolvieren. Wer auf der Suche nach einem lustigen Spruch ist, ist bei ihm genau an der richtigen Adresse.

Ein Gedanke zu „Weihnachten und Tradition: Nervig oder Notwendig?

  1. Ich für meinen Teil stehe total auf richtig „altmodische“ Weihnachten. Für mich gehört auch Last Christmas dazu und egal, wie oft es gespielt wird, es ist jedes Mal schön. Kekse essen, Marzipan, klassische Weihnachtsfilme… Das gehört dazu. Wer es nicht mag, kann ja den Fernsehkanal ändern, oder den Radiosender wechseln, wie im Artikel erwähnt. In diesem Sinne: Allen fröhliche Weihnachten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.